20.11.10 (Tag 6) - Von Clanwilliam nach Khamieskroon, Teil 2:

 

Teil 1     Teil 2

 

Vanrhynsdorp selbst ist ein verschlafenes, kleines Nest am Rande der N7. Bestimmt verlassen nur wenige Touristen für diesen Ort die Straße, obwohl der Ort ein paar ganz hübsche Häuschen zu bieten hat. Auch wir wären wohl vorbeigefahren, hätten wir nicht zufällig auf einer unserer Straßenkarten den Hinweis auf eine "Cactus Nursery" (Kakteengärtnerei) gefunden. Neugierig machen wir uns auf die Suche und finden sie tatsächlich am östlichen Ortsrand. Der Hinweis "Cactus Nursery" stellt sich dabei als nicht ganz richtig heraus, denn die Gärtnerei heißt "Kokerboom Nursery" und hat sich offenbar auf Aloen spezialisiert. Leider hat sie heute geschlossen, aber wir merken uns die Öffnungszeiten für den Rückweg.

 

 

Anschließend geht es wieder zurück auf die N7 und weiter gen Norden. Nördlich von Vanrhynsdorp ist das Land ziemlich flach. In dieser Gegend liegt auch die berühmte Kneersvlakte, eine Ebene aus Quarzkieseln, die für ihre Kleinsukkulenten bekannt ist. Ähnliche, jedoch wesentlich kleinere Quarzflächen passieren wir auch auf der N7. Leider haben wir nicht die Zeit, diese genauer zu erkunden, und die Bereiche direkt neben der Straße sind leider stark vermüllt.

 

 

Nach der Durchquerung dieses eher flachen Abschnitts wird die Landschaft wieder hügeliger, und schließlich erreichen wir die Khamiesberge. Immer wieder hat man von der Straße aus einen wunderbaren Blick über die Landschaft. Da es bereits recht spät ist und wir nicht sicher wissen, ob der Campingplatz in Khamieskroon noch geöffnet hat (laut Reiseführer ist er nur zur Frühjahrsblüte geöffnet), halten wir uns nicht allzu lange damit auf. Endlich erreichen wir das kleine Örtchen und finden auch recht schnell das Hotel mit dem Campingplatz. Anfangs sieht es so aus, als sei es bereits geschlossen, aber dann finden wir doch den Eingang und schaffen es, den Chef herbeizuklingeln. Mit ihm machen wir die Übernachtung klar, bevor wir noch einmal aufbrechen ...

 

 

Ein wenig Zeit haben wir noch bis es dunkel wird. Wir beschließen daher, schon einmal in Richtung Namaqualand National Park zu fahren. Die Straße dorthin ist so eben wie ein Waschbrett. So kommen wir nur langsam voran, aber wir wollen ja eh die Landschaft erkunden und nach Aloen Ausschau halten - und tatsächlich: Nach ein paar Kilometern erspähen wir auf einem Hang die erste Aloe dichotoma. Leider ist das ganze Gebiet hier Weideland und daher eingezäunt. Schweren Herzens fahren wir weiter, bis wir ein Stück weiter wieder Aloen entdecken. Diesmal sind es größere Rosetten, die einen felsigen Hügel besiedeln: Aloe khamiesensis. Aber auch hier ist alles eingezäunt, und so fahren wir nach ein paar sehnsüchtigen Blicken weiter.

 

 

Schließlich erreichen wir eine Abzweigung. Wenn wir zum Nationalpark wollen, müssten wir jetzt links abbiegen, doch die Straße ist mit einem Gittertor verschlossen und ein Schild besagt, dass man nur mit einer speziellen Erlaubnis passieren dürfe. Verwundert folgen wir der Straße in die andere Richtung weiter. Auch hier ist die Landschaft beeindruckend, doch leider finden wir keine weiteren Aloen. Nach ein paar Kilometern beschließen wir daher, wieder umzudrehen und uns auf den Rückweg zu machen. Auf einer Weide entdecken wir dann doch noch einen Farbtupfer: Eine Aloe in Blüte! Da führt natürlich kein Weg dran vorbei ... Vorsichtig klettere ich über den Weidezaun und laufe hinüber. Es handelt sich dabei erneut um Aloe falcata, die im Licht der tief stehenden Sonne ein besonders beeindruckendes Motiv abgibt.

 

 

Nach zahlreichen Fotos geht es wieder zum Auto und mit diesem weiter zurück in Richtung Khamieskroon. Nach ein paar Kilometern kommen wir wieder zu dem Hügel mit der Aloe khamiesensis-Kolonie. Sehnsüchtig blicken wir hinüber - und plötzlich ist da ein Tor, das nicht verschlossen, sondern nur mit einem Haken eingehängt ist. Es trennt die Straße von einem schmalen Fahrweg, der nahe am Fuß des Aloen-Hügels vorbeiführt. Wir beschließen, es (wie in den Alpen beim Wandern) mit einem Weidegatter zu tun zu haben und gehen hindurch, das Tor hinter uns wieder verschließend. Neben dem Fahrweg sehen wir zahlreiche, nicht allzu große Termitenhügel zwischen den Büschen. Schließlich erreichen wir den Hügel. Welch ein Anblick! Welch wunderschöne, große Pflanzen ...

 

 

Es dauert eine ganze Ewigkeit, bis wir uns wieder losreißen können. Gerade noch rechtzeitig sind wir wieder zurück in Khamieskroon, um uns im letzten Licht des Tages unser allabendliches (gesundes und sehr leckeres) "5-Sterne-Menü" selbst zu servieren. Auch der Verkehr auf der nahen N7 hat inzwischen nachgelassen, und so genießen wir die Ruhe (wir sind die einzigen Gäste).

 

 

Zurück zu Teil 1.